Sonntag, 22. Mai 2011

Nachtrag

Gerade habe ich gesehen, dass ich exakt 9 Monate nichts geschrieben habe! Soviel Zeit ist vergangen und ich will das Wichtigste noch nachtragen.

Oktober 2010:
Es wird Herbst. Morgens ist alles von Spinnennetzen überzogen, z.B. die wunderbare kleine Birke 'Trost's Dwarf'. Diese Birke ist mein ganzer Stolz, man bekommt sie so gut wie gar nicht. Ich bin zufällig darüber gestolpert und habe mich sofort in das Bäumchen verliebt, ohne genau zu wissen, was es ist. Die Verkäuferin wusste es auch nicht und war froh, es los zu werden, da es wohl eine Retoure eines Kunden war.

Wühlmäuse sind ein großes Problem (das sollte ich nach dem Winter leider feststellen müssen. Alles, was ich nicht in Draht pflanzte, wurde angenagt, z.B. einige schöne Taglilien. Aber schon im Herbst war ich mit meiner Falle erfolgreich gewesen.



Das nächste Projekt wurde angegangen: der ehemalige Schafstall wurde abgerissen, das morsche Holz nahm mit der Nachbar gleich mit Freuden ab und integrierte es in seinen wachsenden und liebevoll aufgebauten Holzstapel (er fährt jeden Morgen mit dem Fahrrad in den Wald und bringt auf dem Anhänger ein paar grob zersägte Stämme her). Leider diente der Schafstall zuletzt als Mülldeponie: ich fand einen alten Grill, noch mit Aschereste und v.a. jede Menge blaue Plastikplanen, die beim Anfassen in viele kleine und kleinste Teile zerfielen.



Z. hat mich tatkräftig unterstützt und einen Holunder ausgegraben.


Teilweise in strömendem Regen haben P. und ich dann das Gerätehaus aufgebaut. Wir waren zwei Tage beschäftigt, haben unzählige Schrauben reingedreht - mit unseren Akkuschraubbohrern machte das richtig Spass. Jetzt habe ich endlich Platz für den Rasenmäher, die Gartenschläuche, Dünger, Gartengeräte, Gartenstühle und Sonnenschirm usw.



Crocus speciosus Albus blüht und leuchtet aus dem Gras.








November 2010:
Der Rosenkohl ist bald erntereif. Es ist mein erster Rosenkohl und ich freue mich schon sehr darauf.








Der Platz vor dem Geräteschuppen ist teilweise gerodet. Dort sollen die Hemerocallis-Sämlinge von J. ihren Platz finden. Wegen der Wühlmäuse habe ich einen Teil der Erde ausgehoben und mit Kaninchendraht ausgelegt - eine mühsame Arbeit und es sieht auch nicht sehr schön aus. Aber alle in Draht gepackten Pflanzen haben überlebt, einige andere leider nicht.


Im vorderen Teil haben viele meiner Iris ihren Platz gefunden, dazwischen Grasnelken, Glockenblumen, Krokusse usw.



Wir haben einen schönen und ruhigen Tag genutzt, um einen Spaziergang zu machen. Eigentlich wollten wir über die Wiesen gegenüber gehen. Aber durch den vielen Regen der vergangen Wochen standen diese unter Wasser. Nicht weit vom Dorf entfernt entdeckten wir dagegen einen See, der an diesem Tag traumhaft ruhig und unberührt da lag.


Am selben Tag, eine Stunde später:



Dezember 2010:
Früher als die vergangenen Jahren ist es Winter geworden.















Nun geben die Schneebeeren auch wieder den Blick frei auf das, was den ganzen Sommer über verborgen war.

Letzte Ernte.


Gerade komme ich zurück. Zum ersten Mal in diesem Jahr fühle ich mich dabei entspannt. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass die Kartoffeln gut gedeihen, die Tomaten sich im Tomaatenhaus akklimatisiert haben und die Bohnenstangen aufgestellt sind. Bohnen habe ich wie jedes Jahr vorgezogen und jetzt ausgepflanzt. Neu dazugekommen ist eine kleine Reihe Zuckererbsen auf einem Streifen Land, den ich vergangene Woche dem Giersch abgetrotzt habe.
Außerdem habe ich zum ersten Mal dieses Jahr die Kreuzhacke geschwungen und einen knappen qm von Schneebeeren und Flieder befreit. Auch ein braunemaillierter Kochtopf musste seinen Platz räumen. Jetzt steht dort, am Fuß einer Esche ein Blauregen (Wisteria brachbotrys 'Showa beni' laut Etikett). Ich hoffe, dass er sich gut etablieren wird und die Esche mit wunderbaren Blüten schmücken wird.

Auch einen kleinen Fächerahorn (Acer palmatum Atropupureum) habe ich heute noch eingesenkt und die Betula albosinensis, die schon so lange auf ihren Platz wartet. Es war schwierig, Pflanzlöcher zu buddeln, denn der trockenen Sand rieselte ständig nach. Erst als ich zuächst wässerte, konnte ich das Pflanzloch ausheben. Wir könnten Regen so gut gebrauchen!